Es gibt Momente in der Kommunikationsbranche, die keiner weiteren Analyse bedürfen. Die einfach für sich sprechen. Dieser hier ist so ein Moment.
Die Stadt Dortmund hat eine neue Kampagne. Der Claim: „Keine zweite Klasse. Dortmund – gemeinschaftlich anpackend.” Stark. Selbstbewusst. Progressiv. Man nickt anerkennend.
Dann sieht man das Medium.
Es ist die Ersatz-Rundfahrtbahn im Westfalenpark. Jene tapfere kleine Bahn, die dort einsetzt, wo die eigentliche Attraktion gerade nicht fährt. Die Vertretung. Die B-Lösung. Die — man muss es so sagen — zweite Klasse.
Die Botschaft „Keine zweite Klasse” fährt also auf einem Gefährt zweiter Wahl, in einem Park, im Kreis, an denselben Bäumen vorbei, immer wieder, bis Betriebsschluss.
Ich will niemandem zu nahe treten. Briefings gehen unter, Budgets werden gekürzt, Mediaplanung macht Kompromisse. Das kennt jeder, der je in einer Kommunikationsabteilung gearbeitet hat. Manchmal landet die Kampagne eben dort, wo noch Platz ist.
Aber es bleibt die Frage, die sich jeder gute Kommunikator stellen sollte, bevor er auf „Freigabe” klickt: Unterstützt das Medium meine Botschaft — oder konterkariert es sie?
Im Westfalenpark fährt die Antwort gerade ihre Runden.
Gemeinschaftlich. Anpackend. Im Kreis.